Dresdner Premieren und Previews
Coming of Age – Erwachsenwerden in Osteuropa
Sonderveranstaltungen
Kinder-/Familienfilme
IM FOKUS: Tschechisches Kino

Achtung - nur Samstag, 02.11. 19:30 Uhr

Der Fotograf
(Fotograf)
Tschechien 2015, 133 min, dt. Fassung, Regie: Irena Pavlásková

Jan Saudek ist Tschechiens bekanntester und umstrittenster Fotograf. Seine Aktfotografien zeigen Frauenkörper, die nicht dem Mainstream-Schönheitsideal entsprechen, und kaschieren keine „ästhetischen Makel“, sondern stellen sie bewusst ins Licht. Der Film porträtiert den Künstler Saudek als einen Gefangenen seiner Leidenschaften und seines Fetischs. Seine Kreativität wird begleitet von seinem ordinären Humor, Überheblichkeit, einem ausschweifenden Lebensstil und zahllosen amourösen Aktivitäten. Und natürlich geht es ganz wesentlich auch um die Frauen, die bis heute Mittelpunkt seines Universums sind, sei es als üppige Models vor der Kamera oder in seinem Privatleben als Ehefrauen, Töchter, intellektuelle Bewunderinnen und sexuelle Gespielinnen.

Mit einer kunsthistorischen Einführung.

In Zusammenarbeit mit den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen Dresden 2019

IM FOKUS: Tschechisches Kino

Achtung - nur Montag, 04.11. 19:30 Uhr

Besser reich und gesund als arm und krank
(Lepší je být bohatý a zdravý než chudý a nemocný)
Tschechien/Slowakei 1992, 108 min, OmeU, Regie: Juraj Jakubisko

Zwei junge Frauen begegnen sich im November 1989 bei einer Demonstration gegen das Regime – die intellektuelle slowakische Dissidentin Nona und die Mährin Ester, Geliebte eines kommunistischen Chefs der Geheimpolizei. Beide wollen nichts mit Politik zu tun haben, sondern nur ihre Weiblichkeit ausleben, heiraten und Kinder haben – aber auch reich werden. Verrückte Pläne und riskante Versuche, ihre gemeinsamen Träume zu verwirklichen, bringen sie im Chaos nach der Revolution in komische und dramatische Situationen.
Juraj Jakubisko verbindet, getreu seiner Weltsicht, magisch Fantasie und Realität – eine satirische Tragikomödie voll unbekümmerten Humors, erotischer Erinnerungen und skurriler Ereignisse.

In Zusammenarbeit mit den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen Dresden 2019

IM FOKUS: Tschechisches Kino


Rédl
(Rédl)
Tschechien 2018, 275 min, OmU, Regie: Jan Hřebejk

Tschechoslowakei im Jahr 1992: Erst vor kurzem fiel das kommunistische Regime und die sowjetische Besatzungsarmee ist auf dem Rückzug nach Osteuropa. Züge, die das Land verlassen, sind vollgepackt mit Waffen, Ersatzteilen, Munition und anderen wertvollen Dingen. Zwei junge Studenten, die ein neues Eisenbahnverfolgungssystem testen, stellen fest, dass einige der sowjetischen Waggons auf dem Weg nach Osten unerklärlich verschwinden. Die beiden Männer entscheiden sich, dies aufzuklären. Ein paar Tage später wird einer von ihnen tot aufgefunden und der andere ist vermutlich auf der Flucht.
Der Militärstaatsanwalt Roman Rédl macht sich mit einem Ermittlungsteam daran, den Grund für den Mord und die Verwicklungen, weit über Ländergrenzen hinaus, aufzuklären. Die Miniserie enthüllt den kriminellen Hintergrund einer seltsamen Geschichte des organisierten Verbrechens in der postrevolutionären Tschechoslowakei. Wem kann man überhaupt noch vertrauen?
In unserer Matinee können Sie alle vier Teile dieser Serie sehen und während der Pause böhmische Spezialitäten genießen.

Mit böhmischem Brunch in der Pause
Eintritt Film mit Brunch: 20 €   Bitte vorbestellen: 0351/4244860

In Zusammenarbeit mit den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen Dresden 2019

Hier geht's zum Trailer

IM FOKUS: Tschechisches Kino


Das Erbe oder: Fuckoffjungsgutntag
(Dědictví aneb Kurvahošigutntág)
Tschechien 1992, 118 min, OmeU, Regie: Vera Chytilová

Bohus ist ein Junggeselle in den Vierzigern, der seine ältere Tante die ganze Arbeit auf dem Bauernhof erledigen lässt, während er seine Zeit damit verbringt, zu schlafen und in der nahegelegenen Kneipe zu trinken. Der Tod seines Vaters macht ihn jedoch plötzlich zu einem Millionär. Der neue Besitzer eines beträchtlichen Grundstücks, darunter eine Ziegelei und ein Fünf-Sterne-Hotel-Restaurant, versucht zunächst betrunken, alle zu feuern. Danach macht er sich auf den Weg, um sein neues Imperium zu bereisen.
Der Film ist eine Studie über die gutmütige Grobheit eines Großmauls, der seine Freiheit und seinen Reichtum nicht verarbeiten kann. Chytilovás Komödie wurde ein kommerzieller Erfolg, fiel bei der Kritik aber durch. Als einer der wenigen Filme zu Beginn der 1990er Jahre griff er die kapitalistische Moral an und stellt die plötzliche Verschlechterung der Sitten fest, die durch das unerwartete Einsetzen der Freiheit verursacht wurde. Der Kritik gefiel es nicht, dass der Film eine unverhohlene Karikatur der Nachwendezeit war, die doch eigentlich brillant sein sollte. Später gab ein Kritiker zu, dass dieser Film im Nachhinein viel realistischer war, als er damals zugeben wollte.

In Zusammenarbeit mit den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen Dresden 2019

„Das Erbe oder: Fuckoffjungsgutntag“ ist in diesem Jahr ebenfalls Bestandteil der Reihe
„Bleibt alles anders“ des Filmfestival Cottbus (05.–10.11.2019)

Hier geht's zum Trailer

IM FOKUS: Tschechisches Kino


Dokumentarfilm: Der Bürger Havel
(Obcan Havel)
Tschechien 2008, 119 min, OmU, Regie: Miroslav Janek, Pavel Koutecký

Der Dokumentarfilm begleitet Václav Havel ab 1993 dreizehn Jahre lang bei seinen offiziellen Auftritten, aber auch in privaten Momenten und vermittelt Einblicke in den Alltag des Dramatikers, Menschenrechtlers und ersten Präsidenten der Tschechischen Republik, der 1989 maßgeblichen Einfluss auf den friedlichen Verlauf der „Samtenen Revolution“ hatte.
Rund 70 Stunden Videomaterial wurden von einem Freund des früheren Staatschefs gedreht. Kein anderer Politiker habe jemals „so umfassenden und authentischen“ Filmaufnahmen zugestimmt, kommentiert die Produzentin Jarmila Polakova.
Im Vordergrund des Films steht dabei nicht die politische Analyse von Havels Amtszeit als Präsident, sondern das Interesse am Menschen Václav Havel, an seinen Gesten, seinem Mut, seinen Ängsten, seinen Hemmschwellen, seiner Selbstironie.

In Zusammenarbeit mit dem Internationale Dokumentarfilmfestival ELBE DOCK

IM FOKUS: Tschechisches Kino


Erotikon
(Erotikon)
Tschechoslowakei 1929, 85 min, Regie: Gustav Machatý

In einer stürmischen Nacht muss ein Zug auf einem Dorfbahnhof verweilen. Der weitgereiste George kehrt beim Streckenwärter ein. Dabei lernt er auch dessen schöne Tochter Andrea kennen und verführt diese im Laufe der Nacht. Andrea erhofft sich den Traummann fürs Leben, doch George erweist sich als Casanova und fährt am nächsten Morgen ungerührt weiter. Während die geschwängerte Andrea auf eine Nachricht von ihm hofft, gibt er sich längst anderen Vergnügungen hin. Erst Jahre später begegnen sie sich wieder und beide sind nicht abgeneigt, alte Leidenschaften wieder aufleben zu lassen. Doch Andrea ist mittlerweile verheiratet und dies hat für Georg unangenehme Konsequenzen. Mit diesem trivialen, aber gut fotografierten Melodram wurde Machatý zum bedeutendsten tschechischen Regisseur der Vorkriegszeit.

Stummfilm — Musikbegleitung durch Andreas Krug
Im Schwarzen Salon – Eintritt frei / mit Hut

Moskau glaubt den Tränen nicht
(Москва слезам не верит)
  UdSSR 1980, 142 min, dt. Fassung, Regie: Wladimir Menschow

Moskau im Jahr 1958. Drei starke Frauen, Anfang 20, wohnen gemeinsam in einem Zimmer eines Arbeiterwohnheims und sind auf der Suche nach ihrem persönlichen Lebensglück. Die aufrichtige Katja arbeitet in einer Fabrik und hat sich einen Universitätsabschluss als Ziel gesetzt. Für die aufgeweckte Ljudmila ist Moskau ein großes Glücksspiel und sie will den Jackpot in Form eines reichen und gutaussehenden Ehemannes. Ganz im Gegensatz zur bodenständigen Antonina, die einen einfachen Arbeiter liebt und im bescheidenen Familienglück ihre Zukunft sieht.
Die Wege dieser drei Frauen entwickeln sich sehr unterschiedlich und 20 Jahre später begleiten wir erneut ihr Leben mit all seinen tragischen Schicksalsschlägen aber auch herrlichen Pointen.
„Moskau glaubt den Tränen nicht“ ist ein Kultfilm aus Sowjetzeiten und gewann einen Oscar als bester ausländischer Film. Menschow versetzt uns mitreißend in die Atmosphäre der späten 1950er und 1970er Jahre. Eine Stadt in wirtschaftlicher und kultureller Blüte, farbenfrohe Mode, Menschen voller Hoffnungen und Träume. Der Film zeigt zutiefst liebenswürdige Charaktere und eine Geschichte voller Schwere und Leichtigkeit zugleich.

Mit russischem Frühstück in der Pause

So. 17.11. – 11:00 Uhr   Eintritt Film mit Frühstück: 15 €  - Bitte vorbestellen: 0351/4244860!

Hier geht's zum Trailer